Die internationale Kulturfabrik – oder: [k]AMPNAGEL – oder: Was ist das eigentlich?

[k]AMPNAGEL ist eine alte Kranfabrik,

die früher Nagel & Kamp hieß. Seit 1980 wird sie als Theaterspielstätte genutzt. Damals waren die Räumlichkeiten Probebühnen für das Deutsche Schauspielhaus. Später wurde das Haus von der freien Theaterszene besetzt, weil die Verträge ausliefen und man das Gebäude wieder anderweitig nutzen wollte.

Seit den 90er Jahren gilt es als die Institution, so wie wir sie heute kennen. Die Intendantin, Amelie Deuflhard, die seit 2007 [k]AMPNAGEL leitet, brachte dieser Institution internationales Ansehen. Es handelt sich um die größte Bühne für freie Produktionen. Das bedeutet, dass es z.B. kein festes Ensemble gibt, sondern Gruppen von „Außen“ kommen, um ihre Werke zu zeigen. Man sieht sowohl große, internationale Stars als auch Hamburger Künstler in den weitläufigen Hallen, die unglaublich viel Platz bieten.

Letzten Freitag, den 22. April 2016, habe ich mir von Anna von Glasenapp – Assistenz der künstlerischen Leitung & zuständig für die [k]OMMUNICATOR – das ganze Gelände zeigen lassen und möchte euch gerne von dieser tollen Erfahrung berichten, so dass ihr [k]AMPNAGEL auch ein wenig kennenlernen könnt. Hier also ein paar Fakten zu den einzelnen Räumlichkeiten.

Foyer:
großer Eingangsbereich
[hier zu erleben sind Diskurse, Einführungen in Stücke, etc.]

K6:
größte Halle
850 feste Plätze
Konzerte & internationale Tanz-Acts
[hier traten schon u.a. Yoko Ono und Patti Smith auf]

K2:
zweitgrößte Halle
350 Plätze
div. Performances und Stücke

K1:
drittgrößte Halle
220-250 Plätze
Black Box
[hier sind auch regelmäßig die Abschlussarbeiten des Performance-Studies-Studiengang zu sehen]

K4:
ohne Tribüne
ca. 100 Personen
offene Raumsituation
unterschiedlichste Nutzung, meist raumfüllende Installationen
[hier gibt es Tageslicht, was gut für Proben ist]

Vorhalle:
Anlieferung der Bühnenbilder durch LKWs
Lagerplatz & Arbeitsplatz für die Techniker
[hier aber auch diverse Installationen, wie z.B. das „Hamamness“ oder aktuell die „Geisterbahn“ von Kommando Himmelfahrt; im Februar fand eine selbstorganisierte Flüchtlingskonferenz statt]

K3: Tanzplan – oder: das „Haus im Haus“ eigenes Team zuständig drei Workshop-Räume [hier v.a. Tanz; üblicherweise gibt es drei Residenten (junge Choreographen) pro Jahr, die am Anfang ihrer Karriere stehen und bei [k]AMPNAGEL ca. neun Monate zu einem Thema arbeiten]

P1:
die „am Besten ausgestattete Halle“
150 Plätze
[hier finden wir das beste Equipment und die beste Bühne im Haus]

kmh:
das „Herz von Kampnagel“
bis zu 300 Leute
kleinere Konzerte, Partys, Kick-Ass-Queereeoké, Premierferien, usw.
+ Bar aus Salzstein, die von Mitarbeitern selbst betrieben wird
[hier findet auch das Soli-Casino als Performance statt]

EcoFAVELA/Migrantpolitan:
Nachbau der „Roten Flora“
eher selbstständig geführt
für 6 Monate sind 6 Refugees eingezogen und haben dort gelebt bis heute läuft diesbezüglich die Anzeige (von der AfD initiiert) gegen die Intendantin
[heute dient es als „Open House“ für verschiedene Gruppen: montags – Lady’s Day, dienstags – Man’s Day, mittwochs – Queer Islam Research Group, donnerstags – Refugee Radio Network, freitags bis sonntags – Transkulturelle Gemütlichkeit]

Avant-Garten:
künstlerisch gestalteter Garten

Wer jetzt neugierig geworden ist und sich das alles selbst gerne anschauen will, muss sich nur mal Karten für eines der zahlreichen Stücke kaufen, die dort andauernd zu sehen sind (http://www.kampnagel.de/de/home/).

Danke für das Lesen und für weitere Fragen stehen wir euch immer gerne zur Verfügung!

Euer [k]OMMUNICATOR, Finn V.

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