Vom Wetterballon zum Weltrekord
Am 21. April 2026 war es endlich so weit. Der Wetterballon des Projektkurses „Naturstadt Hamburg“ unter der Leitung von Frau Brandt konnte starten. Dem Ereignis waren monatelange Vorbereitungen vorausgegangen, vom Bau der Sonde bis zur Beantragung verschiedener Genehmigungen, unter anderem der Startgenehmigung bei der Luftfahrtbehörde des Landes Schleswig-Holstein.
Nachdem wir bereits im vergangenen Jahr in Kooperation mit der Stadtteilschule Lohbrügge einen Ballon hatten steigen lassen, fand das Projekt in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) statt. Erstmals beteiligten sich Schüler_innen aus verschiedenen Jahrgängen. Neben dem Projektkurs des 8. Jahrgangs waren vier Schüler_innen des 10. Jahrgangs sowie fünf Schüler_innen aus dem Physik- und Chemiekurs des 12. Jahrgangs dabei, die sich um den Ozonnachweis kümmerten.
Im Vorfeld hatten wir den schulweiten Plakatwettbewerb „Plakat am Rande des Weltalls“ ins Leben gerufen. Zur Auswahl standen die Themen Klimawandel und Frieden. Das Siegerplakat durfte mit der Sonde in die Stratosphäre fliegen und wurde von einer Kamera mit Blick auf den „Rand des Weltalls“ gefilmt.
Am Morgen des 21. April begannen die Vorbereitungen auf dem Gelände des DWD in Pinneberg. Dort konnten wir den Sendersaal und die Technik des Wetterdienstes besichtigen und spannende Einblicke in verschiedene Berufsfelder gewinnen.
Um 11.20 Uhr hob der Ballon mit einer Radiosonde des DWD planmäßig in Richtung Bremerhaven ab. Wir verfolgten seine Flugbahn und fuhren nach Lunestedt, dem prognostizierten Landeort.
In knapp 37.000 Metern Höhe platzte der Ballon über Bremervörde. Die Sonde segelte am Fallschirm zurück zur Erde und landete schließlich in Lunestedt. Allerdings war sie unerreichbar in der Krone eines 25 Meter hohen Baumes gelandet. Die umliegenden Freiwilligen Feuerwehren und die Berufsfeuerwehr Bremerhaven wurden kontaktiert. Auch der Brandmeister von Lunestedt, Marco Bräuer, kam zur Hilfe. Eine Drehleiter konnte im Waldstück jedoch nicht eingesetzt werden.
Die Rettung gelang schließlich mit dem Baumkletterer Kevin Kalloch aus Cuxhaven. Mit spektakulärer Seiltechnik barg er die Sonde wohlbehalten aus 23 Metern Höhe. Unser Held des Tages!
Die Aufnahmen der beiden Kameras waren so spektakulär, dass auch die ZDF „Logo!“-Redaktion begeistert war. Ein Nachbericht erschien am 20. Juni 2026 in der Sendung. Auch die Regionalzeitung berichtete ausführlich über das Projekt. Damit war unsere Botschaft vermutlich die höchste Schüler_innen-Demonstration und zumindest für den Moment die höchste Kunstausstellung der Welt.
Doch der größte Erfolg kam erst danach. Das Rekordinstitut Deutschland (RID) bestätigte offiziell unseren Weltrekord. Mit 36.892,6 Metern übertrafen wir den bisherigen Rekord von zwei Schweizern mit 36.666 Metern. Damit ist die Stadtteilschule Niendorf Weltrekordhalter in der Kategorie „Höchste schriftliche Botschaft an die Menschheit mit einem Wetterballon“.
Darauf sind wir besonders stolz und freuen uns schon auf unseren nächsten Rekordversuch in diesem Schuljahr!
Danksagung
Das Projekt wurde durch das übergeordnete Erasmus+ Projekt zum Thema „Digitale Gesundheit“ finanziert. Vielen Dank an Carmen Cremades für die Unterstützung des Projekts und des Plakatwettbewerbs. Unser besonderer Dank gilt den Mitarbeitern des DWD (Jens, Mehlinger, Frank Kahl und Serdar Ermercimek), dem Busunternehmen Elite, Brandmeister Marco Bräuer und natürlich unserem Tageshelden Kevin Kalloch.
Artikel des Rekordinstituts Deutschland (RID)


