Das iPad-Projekt an der Stadtteilschule Niendorf

Das iPad-Projekt an der Stadtteilschule Niendorf

Warum hat sich das Kollegium der STSN für eine Ausstattung mit persönlichen digitalen Endgeräten entschieden?

Am 23.09.20 hat sich das Kollegium der Stadtteilschule Niendorf intensiv mit der Frage beschäftigt, wie die Schüler_innen am besten auf ein Leben in einer durch Digitalisierung geprägten Welt vorbereitet werden können. 

An diesem Tag haben sich die Kolleg_innen in Kleingruppen intensiv mit unterschiedlichen Ausstattungsvarianten beschäftigt, Argumente gesammelt und am Ende ein Votum abgegeben. Mit großer Mehrheit hat sich das Kollegium für eine 1:1-Ausstattung der Schüler_innen mit einheitlichen und persönlichen Tablets entschieden, die schrittweise umgesetzt werden soll. Mit der Prozessplanung dieses Vorhabens wurde die Steuergruppe der Schule beauftragt, die wöchentlich tagt.

Unsere Entscheidung zur 1:1 Ausstattung:

Hier ausgewählte Argumente für diesen Weg:

  • die Lagerung und der Verleih von digitalen Endgeräten in der Schule sind kostenintensiv und sehr aufwändig
  • eigene Endgeräte sorgen für einen sorgsameren Umgang auf Seiten der Schüler_innen
  • die leichte Verfügbarkeit und schnelle Einsatzbereitschaft der Endgeräte sorgen dafür, dass sie niederschwellig und sinnvoll im Unterricht eingesetzt werden können
  • Schüler_innen kennen sich mir der Bedienung eines eigenen Gerätes gut aus und können das Gerät nach ihren Bedürfnissen individualisieren
  • es gibt keinen Medienbruch bei der Arbeit in der Schule und zu Hause
  • die Umsetzung der KMK-Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ lässt sich mit einem persönlichen Endgerät deutlich besser umsetzen
  • die didaktischen Möglichkeiten beim Einsatz im Unterricht und für das Lernen sind vielfältiger. Einige Szenerien (z. B. eine digitale Mappenführung) sind nur mit einem persönlichen Endgerät realisierbar.

Praxisbeispiel: Eigenverantwortliches Lernen mit digitalen Medien:

KMK-Strategie „Bildung in der digitalen Welt“

Warum hat sich das Kollegium der STSN für ein iPad als einheitliches digitales Endgerät für Schüler_innen entschieden?

In Hamburg ist das iPad, neben einem Microsoft Surface Go, das einzige Tablet, das mit den Mitteln des Digitalpakts von Schulen angeschafft werden darf. Android-Tablets können u.a. aus Gründen des Datenschutzes nicht angeschafft werden. Als Schule können wir iPads sehr gut administrieren, also z. B. schulische Apps installieren und die WLAN-Installation übernehmen.
Das Angebot an Bildungs-Apps ist auf einem iPad um ein Vielfaches höher als auf einem Microsoft-Tablet. Außerdem werden iPads mit kostenlosen Office-Programmen ausgeliefert. Bei einem Surface-Tablet würde eine Office-Lizenz kostenpflichtig zum Anschaffungspreis dazu kommen. Damit ist das Gesamtpaket teurer als ein iPad.

Unsere Entscheidung für das iPad:

Die Entscheidung für ein einheitliches digitales Endgerät hat zudem diese Vorteile:

  • Kolleg_innen und Schüler_innen können in der Nutzung des Gerätes systematisch geschult werden. Unterschiedliche Endgeräte würden viele Lehrkräfte in der Handhabung und didaktisch sinnvollen Nutzung überfordern.
  • Ein einheitliches Endgerät trägt zur Chancengleichheit und mehr Bildungsgerechtigkeit bei.
  • Die Nutzung eines einheitlichen Gerätes erleichtert organisatorisch bei der Unterrichtplanung und -durchführung. Der Dateitransfer zwischen den Geräten über die Funktion AirDrop funktioniert sogar ohne Internetverbindung.
  • Die digitale Infrastruktur unserer Klassenräume ist optimal auf die Nutzung von iPads ausgerichtet. Das Spiegeln des Bildschirminhaltes funktioniert leicht und ohne die Nutzung einer Internetverbindung über die AirPlay-Funktion.
  • Unser schulisches IT-Team kann Kolleg_innen und Schüler_innen bei technischen Problemen unterstützen und durch die Administrierung sogar aus der Ferne helfen.
  • Als Umweltschule haben wir die Möglichkeit die Anzahl an Kopien deutlich zu reduzieren.
  • Die Nutzung eigener digitaler Endgeräte öffnet uns neue Wege, digital unterstützt differenzierten und individualisierten Unterricht zu ermöglichen. Dies kann z. B. die Qualität von Vertretungsstunden erhöhen.

In welchen Etappen läuft dieser Prozess?

Bereits im Februar 2020 wurde alle Kolleg_innen eines Jahrgangs (Jahrgang 6) mit einem dienstlichen iPad ausgestattet, um die Tauglichkeit dieses Endgerätes für die Nutzung im Unterricht zu evaluieren. Eine Evaluation der betreffenden Lehrkräfte nach ca. 9 Monaten der Nutzung war äußerst positiv. Nahezu alle befragten Lehrkräfte haben das iPad als geeignetes Endgerät für die Nutzung im Unterricht bewertet.

In den Sommerferien 2020 wurden unsere digitalen Präsentationssysteme in den Klassenräumen zudem um ein Gerät (AppleTV) erweitert, dass die drahtlose Bildschirmübertragung von iPads ermöglicht.

Ebenfalls in den Sommerferien wurde in Kooperation mit der Oberschule Berenborstel eine schuleigene Online-Fortbildungsplattform erstellt. Auf dieser befinden sich Selbstlernkurse zum Umgang mit den schulischen Tablets und diversen Apps, die den Kolleg_innen auf den dienstlichen Tablets zur Verfügung stehen. Alle Kolleg_innen haben zum Schulstart einen individuellen Zugang erhalten und können mehrere Kurse zeitlich flexibel zur Fortbildung nutzen.

Direkt nach den Sommerferien (12.08.2020) fanden ergänzend schulinterne Präsenzfortbildungen zur Arbeit mit den dienstlichen Tablets statt.

Zudem wurde konzeptionell an der Arbeit mit der Padlet-Schullizenz gearbeitet. Hier ist ein kompletter Online-Fortbildungskurs entstanden, der die Kolleg_innen sowohl technisch als pädagogisch/didaktisch beim Einsatz von digitalen Pinnwänden zur Gestaltung von Präsenz- und Distanzunterricht unterstützt.

Im zweiten Halbjahr des aktuellen Schuljahres wurde alle Lehrkräfte und Sozialpädagog_innen mit einem dienstlichen iPad von der Schule ausgestattet.

Mit den Mitteln des Digitalpaktes wurden weitere iPads für Schüler_innen angeschafft. Wir schaffen es mit diesen iPads nach Vorgabe der Schulbehörde für jedes 5. Kind in der Schule ein Leihgerät zur Verfügung zu stellen. Die iPads werden in den Unterrichtsmittelräumen (immer zwischen zwei Klassen) gelagert und geladen. Lehrkräfte können diese iPads für den Unterricht ausleihen und Schüler_innen zur Verfügung stellen.

Im neuen Schuljahr wird der Jahrgang 6 der erste Pilotjahrgang sein, in dem alle Schüler_innen mit persönlichen iPads arbeiten können. Dabei stellen wir als Schule sicher, dass für jedes Kind ein schulisches iPad dauerhaft geliehen werden kann, wenn Eltern kein persönliches iPad anschaffen wollen oder können. Eltern können außerdem einen Antrag auf Teilfinanzierung beim Schulverein stellen. BuT-Berechtigte haben zudem die Möglichkeit über das Jobcenter einen Zuschuss von bis zu 350 Euro zu erhalten.

Noch in diesem Jahrgang erhalten die Kolleg_innen des 6. Jahrgang eine spezielle Fortbildung für einen guten Start im neuen Schuljahr.

In der Steuergruppe und in enger Zusammenarbeit mit dem gesamten Kollegium der STSN werden wir diese Pilotierung evaluieren und schauen, wie und in welchen Schritten die Ausstattung weiterer Klassen/Jahrgänge mit persönlichen digitalen Endgeräten funktionieren kann.

Meilensteine des iPad-Projekts:

Ansprechpartner:

Marcus von Amsberg (Didaktische Leitung)
 marcus.vonamsberg@sts-niendorf.de