Zukunftswerkstatt Raumgestaltung

Der Weg von Raum F004 zum Rainbowroom

Im Rahmen des Ganztagskurses Zukunftswerkstatt bekamen die Jahrgänge 5 und 6 die Möglichkeit einen nicht belegten Klassenraum nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Einzige Vorgabe war, dass der Raum auch für Lernangebote genutzt werden sollte.

Der Ablauf der Zukunftswerkstatt verlief in drei Phasen.

In der Kritikphase sammelten die Schülerinnen und Schüler, was sie im Raum F004 als störend empfinden oder verbessern möchten. Genannt wurden beispielsweise unbequeme Stühle, harter Boden, fehlende Rückzugsmöglichkeiten und langweilige Wandfarbe. In der anschließenden Fantasiephase entwickelten die Kinder kreative Ideen für eine ideale Raumgestaltung, wobei sich fünf Bereiche herauskristallisierten (Foodarea, Chillout Bereich, Spielebereich, Medienbereich und Kreativ-/Lernbereich.)

In der Realisationsphase nach dem Motto von Maria Montessori „Hilf mir, es selbst zu machen!“ zeichneten die Kinder ihren Wunschraum, stimmten über Farben, Möbel und Funktionalitäten des Raumes ab. Darauf folgten die praktischen Arbeiten, wie Abkleben der Fenster und Türen, das Ausräumen von Regalen, Wegtragen von Tischen und Stühlen und Abschrauben der Garderobe, bevor dann gemalt und gewerkelt werden konnte. Die 14 Kinder im Alter von zehn bis zwölf Jahren arbeiteten fleißig und ausdauernd und haben so manche Herausforderungen gemeistert.

Nach Monaten harter Arbeit konnten die ersten neuen Möbel hineingetragen und ausprobiert werden, während die neue Gruppe bereits mit der Planung der Eröffnung des Raumes beschäftigt war. Also Verhaltensregeln erarbeiten, Stundenpläne erstellen, wann welche Angebote stattfinden dürfen und die Entwicklung eines Rainbowführerschein um künftig, unabhängig vom pädagogischen Personal den Raum (mit)-beaufsichtigen zu dürfen,  aber dazu ein andermal mehr….

Die gemeinsamen Monate mit den Schülerinnen und Schülern stellten für alle eine aufregende und lehrreiche Zeit dar, in der wir uns selbst und die Gruppenmitglieder untereinander intensiver kennengelernt und deren Fähigkeiten (z.B. Ausdauer, Genauigkeit, tolle Ideen, Farbvorstellungen und Planung/Aufteilung des Raumes) schätzen lernen konnten. Diesen Prozess begleiten und unterstützen zu dürfen, war eine ehrenvolle Aufgabe und wir sind ins Staunen gekommen, zu was für Leistungen so junge Menschen fähig sind, wenn wir ihnen Raum, Zeit und Gehör schenken. Zu beobachten, dass vor allem die Kinder, aber auch alle anderen im System Schule mitgewirkt haben um das Projekt erfolgreich zu beenden, hat am Ende vielleicht ein wenig dazu beigetragen, dass wir alle ein kleines bißchen gewachsen sind. Vielen Dank für diese wertvolle Erfahrung!