Höchste Schülerdemo zum Klimawandel – Wetterballon steigt knapp 37 km hoch (Stratosphäre)
Ein spannendes Projekt rund um Klima, Atmosphäre und kreatives Engagement begeisterte unsere Schüler_innen. Den Auftakt bildete ein schulweiter Plakatwettbewerb für die Klassen 5 bis 13. Die Schüler_innen konnten zwischen den beiden Themen Klimawandel und Frieden wählen. Den ersten Preis im Plakatwettbewerb zum Thema Klimawandel gewann Hani aus der 10d. Der zweite Preis ging an Lukas aus der 9c für sein Plakat zum Thema Frieden. Das Gewinnerplakat durfte mit der Sonde in die Stratosphäre aufsteigen, um es mit Blick auf die Erde und das Schwarz des Weltalls zu filmen.
Das Projekt wurde monatelang im Projektkurs der 8. Klasse von Jannika Brandt in verschiedenen Teams vorbereitet. Die Schüler_innen beschäftigten sich unter anderem mit dem Bau der Sonde, dem Testen der Technik und dem Entwerfen eines Projektlogos, das final mit KI ausgearbeitet wurde. Im Vorfeld waren zudem mehrere Genehmigungen erforderlich, unter anderem durch die Luftfahrtbehörde des Landes Schleswig Holstein.
Am Starttag waren nicht nur Schüler_innen des Projektkurses, sondern auch drei Zehntklässler sowie fünf Zwölftklässler aus den Chemie und Physikkursen beteiligt. Der Start erfolgte auf dem Gelände des Deutschen Wetterdienstes in Pinneberg, unterstützt von einem Techniker des Meteorologischen Hafendienstes, einem Wetterfunktechniker sowie einem Mitarbeiter der Presse und Öffentlichkeitsarbeit des DWD. Um 11.20 Uhr hob das rund 17 Meter lange Gespann ab. An der Spitze der Wetterballon, darunter fünf Meter Leine, ein Fallschirm, weitere zehn Meter Leine sowie die Sonde. Mitgeführt wurde neben dem Plakat außerdem ein von den Zwölftklässlern vorbereiteter Ozonnachweis. Wenn die Sonde in der Ozonschicht angekommen ist, wird dies durch einen Farbumschlag angezeigt.
Die Sonde stieg auf knapp 37 Kilometer Höhe bis in die Stratosphäre und lieferte beeindruckende Aufnahmen mit Blick auf die Erdkrümmung und das schwarze Weltall. In dieser Höhe platzte der Ballon planmäßig, und die Sonde segelte am Fallschirm zurück zur Erde.
Die Landung gestaltete sich jedoch abenteuerlich. Die Sonde blieb in einem etwa 25 Meter hohen Baum nahe Lunestedt bei Bremerhaven hängen. Nach mehreren Telefonaten mit Feuerwehren in der Umgebung stellte Brandmeister Marco Bräuer fest, dass selbst eine Drehleiter nicht ausreichen würde. Schließlich organisierte er Unterstützung durch den Baumkletterer Kevin Kalloch von Baumpflege Kalloch.
Mit beeindruckender Seiltechnik kletterte dieser auf rund 23 Meter Höhe und holte die Sonde sicher herunter, unentgeltlich und mit großem Engagement. Für alle Beteiligten war er ohne Zweifel der Held des Tages.
Finanziert wurde das Projekt durch Erasmus+. Die Verfolgungsfahrt mit einem Bus für die Schüler_innen wurde freundlicherweise durch ein Sponsoring der Firma Elite ermöglicht.
