Interviews mit unseren Gästen der Jing`an Fremdsprachenschule aus Shanghai

Umweltschutz kennt keine Grenzen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Partnerschule der Stadtteilschule Niendorf ist die Jing`an Fremdsprachenschule in Shanghai. Insgesamt 12 Schüler und Lehrer der chinesischen Schule besuchen vom 25. März 2012 bis zum 29. März 2012 die Stadtteilschule Niendorf. Umweltschutz kennt keine Grenzen – wenn wir nichts ändern, wird nichts bleiben wie es ist. Fokus der Schulpartnerschaft liegt auf dem Austausch von Umweltthemen und dem gemeinsamen Lernen voneinander.

Interview mit Frau Jie Wang –
Lehrerin an der Jing´an Fremdsprachenschule in Shanghai

Frage: Was unterrichten Sie an der Jing`an Schule und für welche Projekte sind Sie zuständig?

Antwort: Ich unterrichte Englisch. In China studiert man, wenn man Lehrerin werden will, immer nur ein Fach. Seit 2011 habe ich die Umweltprojekte an unserer Schule federführend angeleitet.

Frage: Was hat Ihnen bei Ihrem Besuch in Hamburg am besten gefallen?

Antwort: Das fifty-fifty Projekt hat mich sehr begeistert. Wir Chinesen können davon lernen, wie z.B. das Licht mit Sensoren ein- und auszuschalten oder unsere Klimaanlage zu regulieren. Wir bekommen in China nur leider kein Geld dafür. Besonders schön empfand ich das Abendessen auf dem Alsterdampfer. Eine wunderschöne Stadt habe ich kennengelernt, das Essen war großartig und der Sonnenuntergang perfekt. Vielen Dank!

Frage: Haben Sie etwas vermisst in den vier Tagen in Hamburg?

Antwort: Wir wären gerne mit ihrem Solarkatamaran gefahren, der an der Alster liegt oder aber eine Tour durch Hamburg mit dem Solarfahrrad – das wäre doch eine tolle Sache.

Frage: Welche Unterschiede zu China fallen Ihnen sofort ein?

Antwort: Es ist ein bisschen ähnlich wie China. Das Essen hier ist aber viel billiger – ich habe den Eindruck, dass das tägliche Leben im Allgemeinen in Deutschland billiger ist. Die U-Bahnen sind nicht so überfüllt. Unsere Schüler und Schülerinnen müssen ihr Essen im Klassenraum einnehmen – hier in Deutschland gibt es tolle Schulrestaurants, so wie auch in ihrer Schule. Die Schüler der Stadtteilschule Niendorf haben wesentlich mehr Möglichkeiten handwerklich zu arbeiten – so etwas gibt es in China nicht. Mir ist auch aufgefallen, dass hier viel in Teams gearbeitet wird, da sollten wir uns etwas abschauen. Die Lehrer arbeiten in Deutschland weniger und die Schüler haben wesentlich mehr Platz in den Pausen. Dafür sind in China aber die Hotels wesentlich größer und höher. Die meisten Menschen in Shanghai leben in Eigentumswohnungen. Oft leben die Eltern mit ihrem Kind und den Großeltern auf ca. 130 m² Wohnfläche.

Frage: Wie können wir den Austausch weiterhin mit Leben füllen?

Antwort: Wir müssen in jedem Fall mehrmals jährlich unsere Umwelt- und Klimaprojekte austauschen um voneinander zu lernen.

Frage: Was nehmen Sie jetzt mit zurück in Ihre Heimat?

Antwort: Wir haben bisher nur kleine Umweltprojekte gemacht – wir möchten von Ihnen lernen, auch größere Projekte durchzuführen. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass das handwerkliche Arbeiten in China gefördert wird. Ich hoffe, wir können Sie bald in Shanghai begrüßen.

Interview mit Schüler Ziahn Chen, 12 Jahre

Frage: Was hat dir in den letzten vier Tagen am besten gefallen?

Antwort: Ich fand die Gastfreundschaft der deutschen Schüler und Lehrer ganz toll. Die Schüler waren bei unserem Besuch in der Schule total interessiert an uns.

Frage: Hast du etwas vermisst?

Antwort: Ich habe eine echte deutsche „Frankfurter Wurst“ vermisst. Wir hatten einfach nirgendwo eine Wurst.

Frage: Welche Unterschiede zu Shanghai fallen dir sofort ein?

Antwort: Die U- und S- Bahn in Hamburg ist viel besser und praktischer als in China. Hamburg ist viel sauberer als Shanghai. In der Schule haben die deutschen Schüler viel mehr Platz, mehr Grün, größere Räume, ein Schulrestaurant … .

Frage: Bei welchem Umweltprojekt hast du mitgearbeitet?

Antwort: Ich habe im Naturunterricht in der sechsten Klasse Seife hergestellt.

Frage: Kannst du mir erzählen wie ihr das gemacht habt?

Antwort: Gerne. Wenn man mit Öl kocht sammelt man die Ölreste in einen Behälter z.B. einer Kanne. Dann mischt man Chemikalien hinzu und mixt beides ca. 1 Stunde lang. Danach gießen wir das Gemisch in Formen z.B. in solche, in denen wir auch Eiswürfel herstellen. Die Seife braucht ca. 1-3 Wochen, dann kann man die Formen leeren. Die Seife benutzen wir dann zu Hause.

Frage: Was hast du von dem Austausch gelernt?

Antwort: Egal, ob wir uns mit kleinen oder großen Umweltprojekten beschäftigen – wir müssen uns für die Umwelt einsetzen. Ich habe auch alles über einen Trabbi gelernt, den ich mir als Modell im Miniaturwunderland in Hamburg gekauft habe. Herr Paustenbach war so nett und hat mir Informationen über den Trabbi auf seinem iPhone gesucht. Er hat mir auch alles aufgeschrieben – er ist ein sehr netter und freundlicher Schulleiter.

Interview mit Schülerin Mingjun Zhu, 13 Jahre

Frage: Was hat dir bei deinem Besuch in Deutschland am besten gefallen?

Antwort: Mir hat der Besuch an Ihrer Schule am besten gefallen. Die Schüler waren sehr freundlich und sehr aktiv. Die Schule hat so tolle Möglichkeiten handwerklich zu arbeiten, dass finde ich gut. Das Essen im Schulrestaurant ist wesentlich besser als unseres.

Frage: Hast du bei deinem Besuch in Hamburg etwas vermisst?

Antwort: Ich wäre gerne mit dem Ballon geflogen. Auch die Schweinshaxe und die typisch deutsche Wurst konnte ich nicht finden.

Frage: Welche Unterschiede zu Shanghai fallen dir sofort ein?

Antwort: In der deutschen Schule gibt es Gruppentische; bei uns gibt es das nicht. Wir arbeiten auch nie in Gruppen. Zudem haben wir keine freie Platzwahl in unserer Klasse. Die Lehrer entscheiden immer, wo wir sitzen und wie lange wir dort sitzen. Auch haben die Schüler hier in Hamburg viel mehr Freizeit. Wir gehen auch am Wochenende zur Schule.

Frage: Bei welchem Umweltprojekt hast du mitgearbeitet?

Antwort: Wir haben Taschen aus alten T-Shirts genäht. Die Shirts wurden auf Taschengröße gekürzt und zusammen genäht. Als Gag haben wir Blumen außen angenäht und die Tasche dort hineingesteckt, sodass die Tasche gut in jede Handtasche passt.

Frage: Was hast du bei diesem Austausch gelernt – was nimmst du mit?

Antwort: Ich habe beobachtet, dass sich das Licht auf der Toilette alleine ausschaltet und nicht wie bei uns ständig brennt. Das viele Häuser in Deutschland schon über 100 Jahre alt sind und trotzdem noch so gut aussehen. In China werden alte Häuser gleich abgerissen.

Frage: Wie können wir den Austausch fortführen?

Antwort: Im Moment bin ich sehr müde, aber ich möchte auf jeden Fall noch mehr deutsche Freunde finden. Wir tauschen E-Mail Adressen aus. In Shanghai habe ich in unserem Arbeitszimmer in meinem zu Hause einen Computer. Ich freue mich schon auf E-Mails von meinen neuen, deutschen Freunden.

Frage: Wie lebst du in Shanghai?

Antwort: Ich lebe mit meinen Eltern und Großeltern in einer Wohnung in Shanghai und habe keine Geschwister.

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